Homewreckers
American Ruhr
Nachdem das Musiker- und DJ-Gespann aus Johannes Ehrmann, Gregor Pottmeier und Krischan Wesenberg bereits seit 1995 verschiedene Projekte verfolgt hat, bringen sie im Oktober als Künstler-Kollektiv 'Homewreckers' das Debüt-Album 'American Ruhr' heraus. Der Albumtitel bezieht sich auf die US-amerikanische Bezeichnung der Industrielandschaft am Mississippi-Delta und im Raum Detroit. Das Werk ist in Deep-House-Manier angelegt und beschreitet einen Weg zwischen
Detroit Techno, 70er Discomusik und Funkanleihen. Es fehlt dem Player zwar an einer klaren Grundausrichtung, doch machen die vielseitige Rhythmen und Songideen das Werk recht interessant. Besonders der Sprechgesang der Black-Music-Vokalisten Kemo, Neil Harris und Dennis Legree geben den Aufnahmen den Charme von früheren Ghetto-Funk- und Soul-Stücken. Gleich zu Beginn sorgt 'Shadows #1' mit stampfenden Beats und verschiedenen Percussioneffekten für einen fetten Sound. Disco-Rhythmen und funky-Beats à la Bootsy Collins in 'It's About Time' lassen aufhorchen. Einen souly Touch hat das Titelstück zum Album 'Homewreckers'. Sehr experimentell ist das Instrumentalstück 'Song For Larry Graham' mit Bassläufen und Synthie angelegt. 'Please Send Me Someone To Love' kommt im House-Rhythmus mit Slap-Bass und hellen kurzen elektronischen Effekten daher. Während manche Songs etwas seelenlos wirken, können die Vocaltracks dem entscheidende Impulse und Spirit entgegensetzen. Auf jeden Fall haben die Musiker eine auffällige Mixtur geschaffen, die ein Reinhören lohnenswert machen kann. Die Songs sprechen eher einen ausgefallenen Geschmack an, der sich abseits der gängigen Clublandschaft bewegt. Bewertung: ***. Marcus Nowotzin








